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10 Vorurteile über Flüchtlinge



Ausgrenzung, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
Flüchtlinge sind Menschen, 
die aus ihrem Land fliehen.


  • Weil dort Krieg ist.
  • Weil sie dort hungern und leiden.
  • Weil sie dort bedroht sind.
  • Weil sie keine Arbeit haben.
Viele Flüchtlinge kommen nach Europa.
In Europa suchen sie Hilfe und Schutz.
Auch nach Deutschland kommen Flüchtlinge.
Und seit über einem Jahr kommen sehr viele.
Deshalb sprechen wir von einer Flüchtlings-Krise.

Viele Flüchtlinge kommen aus Syrien.
Das ist ein Land in Asien.
In Syrien ist Bürger-Krieg
Niemand ist dort sicher.
Auch viele Kinder sterben.
Im Jahr 2015 sind 4-Millionen Syrer nach Europa geflohen.

Vielen Menschen in Deutschland macht das Angst.
Denn die Flüchtlinge kommen aus einer anderen Kultur.
Flüchtlinge sprechen eine andere Sprache.
Sie brauchen Unterstützung.
Und es sind so viele Flüchtlinge.
Einige Menschen in Deutschland wollen sie nicht hier haben.
Viele Deutsche sind unsicher.
Und nicht so gut informiert.
Es gibt einige Vorurteile über Flüchtlinge.


Hier können Sie sich das PDF herunterladen:
10 Vorurteile über Flüchtlinge

Das sind die 10 häufigsten Sätze,
die wir immer wieder hören:



Welt, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

1. Wir können doch nicht die ganze Welt aufnehmen!


Die meisten Flüchtlinge kommen gar nicht nach Europa.
Sie wollen in der Nähe von ihrem Land bleiben.
Und zurück, wenn es dort wieder sicher ist.
Eine Flucht nach Europa ist gefährlich.
Und sie ist sehr teuer.
Von 1-Hundert Flüchtlingen kommen nur 5 nach Europa.
In Europa gibt es also nur sehr wenige Flüchtlinge.
Im Vergleich zu den anderen Ländern.


Europa, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013


2. So viele Flüchtlinge sind ein Problem für uns!


Es ist richtig:
Seit 2015 kommen immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland.
Und es werden noch mehr. Aber:
Nicht wir haben ein großes Problem.
Vor allem haben die Flüchtlinge Probleme. 
Sie müssen fliehen, um ihr Leben zu retten.
Sie lassen alles zurück.
Sie verlieren alles.
Zum Beispiel die Menschen aus Syrien oder Afghanistan.
Afghanistan ist ein Land zwischen Süd- und Zentral-Asien.
Die Menschen fliehen in ihre Nachbar-Länder.
Diese Länder haben auch ein großes Problem.
Weil sie Hundert-Tausende oder sogar 
1-Millionen Menschen aufnehmen müssen.
Und das in ganz kurzer Zeit.

In Deutschland sind es mal mehr und mal weniger Flüchtlinge.
Im Jahr 2007 kamen die wenigsten.
Seitdem kommen wieder mehr.
Aber längst nicht so viele, wie wir alle glauben.


Deutschland, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013


3. Alle Flüchtlinge wollen nach Deutschland.


In Deutschland glauben viele:
Alle Flüchtlinge wollen am liebsten nach Deutschland.
Aber welt-weit gibt es in vielen Ländern weit mehr Flüchtlinge.
Nur von den Flüchtlingen in Europa wollen viele nach Deutschland.
Aber andere Länder in Europa nehmen mehr Flüchtlinge auf.
Deutschland kommt erst an 6. Stelle.

Denn wo Flüchtlinge hinwollen, 
entscheiden viele Gründe.
Zum Beispiel:
Wo haben sie bereits Verwandte?
Welche Sprache sprechen sie noch?
Denn wer englisch sprechen kann, möchte lieber nach England.
Und nicht nach Deutschland, wo er nichts versteht.

Meer, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Flüchtlinge, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Menschen in Deutschland, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

4. Die meisten sind nur Wirtschafts-Flüchtlinge


Die Meinung:
Flüchtlinge wollen nur in ein anderes Land, 
um dort Sozial-Leistungen zu bekommen!
Das stimmt sicher nicht. 
Denn niemand verlässt gerne alles:
Seine Familie, seinen Besitz und seine Heimat.
Niemand begibt sich deshalb in große Gefahr.
Denn nachts mit einem überfüllten Boot zu fliehen,
kann den Tod bedeuten.
Viele verdursten oder verhungern auf der langen Fahrt.
Oder sie ertrinken im Meer, weil das Boot kaputt geht.
Wer also aus seinem Land flieht,
der kämpft oft um sein Überleben.

Die meisten Flüchtlinge in Deutschland kommen aus Syrien.
Dort herrscht Krieg.
Dann kommen Flüchtlinge aus Eritrea.
Das ist ein Land in Ost-Afrika.
Dort sind die Menschen nicht sicher.
Es gibt viel Gewalt.
Und an 3. Stelle kommen Flüchtlinge aus Afghanistan.

Fast die Hälfte aller Flüchtlinge wird von Deutschland abgelehnt.
Die anderen Asyl-Suchenden bekommen hier Schutz.
Asyl wird so gesprochen: A-sül.
Asyl bedeutet:
Schutz vor Gefahr. 
Ein sicherer Ort.
Damit ist gemeint, 
Flüchtlinge im Land aufzunehmen.
Deutschland gibt Flüchtlingen Asyl.

Flugzeug, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

kein Regen, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013


5. Wir können doch nicht alle Probleme dieser Welt lösen!


Deutschland gehört zu den westlichen Industrie-Staaten.
Mit westlichen Staaten sind einige Länder 
in Europa und Nord-Amerika gemeint.
In diesen Ländern sind die Menschen gleich-berechtigt und frei.
Industrie-Staaten sind Länder, die viele Sachen produzieren.
Sie sind technisch sehr weit.
Meistens sind es reiche Staaten.
Die Politik der westlichen Industrie-Staaten 
ist nicht an allem schuld.
Aber diese Länder machen Welt-Politik und handeln welt-weit.
Deshalb sind sie mit-verantwortlich:
Für die Gründe, weshalb Menschen fliehen müssen.

Ein Beispiel dafür:
Die Industrie-Staaten belasten am meisten die Umwelt.
Zum Beispiel mit ihrem Flug- und Autoverkehr.
Oder mit ihren Fabriken und allen elektronischen Geräten.
So kommt es immer mehr zum Klima-Wandel.
Mit dem Klima-Wandel ist vor allem gemeint:
Die Erde wird immer wärmer.
Arme Länder in Afrika werden immer trockener.
Es herrscht Dürre.
Und die Menschen hungern und verdursten.
Deshalb fliehen sie aus ihren Ländern.

Welt, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
freie Wahlen, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

6. Es kann doch nicht ganz Afrika kommen!


Afrika ist kein Land.
Sondern ein riesiger Kontinent mit über 50 Ländern.
Dort leben unglaublich viele Menschen.
Afrika ist der zweit-größte Erdteil.
Manche afrikanischen Länder sind reich.
Sie haben große Boden-Schätze.
Das sind zum Beispiel:
Erd-Öl, Erd-Gas, Kohle oder auch Diamanten.
Manche afrikanischen Länder sind eine Demokratie.
Demokratie bedeutet:
Dort werden die Politiker in freien Wahlen gewählt.
Die Menschen entscheiden, wer ihr Land regieren soll.
Andere afrikanische Länder sind eine Diktatur.
Diktatur bedeutet:
Ein Herrscher hat die Macht.
Er hat sie sich durch eine Krise im Land genommen.
Es gab keine freien Wahlen.
Die Menschen sind dem Diktator ausgeliefert.
Ein Diktator hält seine Macht durch Gewalt.
Diese Menschen flüchten aus ihrem Land.
Weil ihr Leben bedroht ist.
Aber die meisten dieser Flüchtlinge 
fliehen in afrikanische Nachbar-Länder.
Nur wenige afrikanische Flüchtlinge kommen nach Europa.
Nicht einmal jeder 4. Flüchtling in Deutschland kommt aus Afrika.


großes Haus, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Amt, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Hand reichen, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

7. Hier ist kein Platz mehr für Flüchtlinge.


Deutschland kann noch viel mehr Flüchtlinge aufnehmen.
Deutschland ist ein großes und reiches Land.
Aber wir sehen diese Bilder im Fernsehen:
Flüchtlinge leben in Not-Unterkünften.
Zum Beispiel:


  • in großen Zelt-Lagern.
  • oder in Sport-Hallen,
  • oder in leeren Lager-Häusern.
Das sieht so aus, als ob Platz fehlt.
Das stimmt aber nicht.
Mit gutem Willen und guter Planung ist es kein Problem.

Vor einigen Jahren hat man viele Unterkünfte 
für Flüchtlinge geschlossen.
Weil weniger Flüchtlinge kamen.
Nun sind es wieder viele, aber es gibt diese Unterkünfte nicht mehr.
Auch gibt es immer weniger Sozial-Wohnungen.
Das heißt: preis-günstige Wohnungen.
Die können sich auch Menschen mit wenig Geld leisten.
Der Staat gibt beim Bau Geld dazu.
Dafür darf die Miete nicht zu hoch sein.
Das alles fehlt hier. 
Die Ämter haben zu spät das Problem bemerkt.
Außerdem hat man festgestellt:
Groß-Unterkünfte sind teurer als Wohnungen.
Einige Gemeinden und Städte wollen es besser machen.
Sie suchen Wohnungen für die Flüchtlinge.
Wenn Flüchtlinge in Wohnungen leben, gibt es weit weniger Ärger.
Die Menschen in Deutschland und die Flüchtlinge 
kommen dann besser miteinander aus.


spielende Kinder, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

 
Integration, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013


8. Wir wollen in unserer Nachbarschaft keine Flüchtlinge. 
Unser Haus verliert an Wert!


Groß-Unterkünfte bringen viel Ärger.
Es gibt plötzlich viele unbekannte Menschen in der Wohn-Gegend.
Die Müll-Tonnen reichen nicht.
Und der Müll landet auf der Straße.
Die Flüchtlings-Kinder haben keinen Ort zum Spielen.
Sie gehen auch nach draußen auf die Straße.
Es gibt mehr Lärm.
Das alles passiert nur, 
weil man viele Flüchtlinge zusammen unterbringt.
Flüchtlinge sind nicht laut oder dreckig!

Weil Flüchtlinge sehr eng mit anderen zusammenleben müssen, 
gibt es viel Stress und Ärger. Denn:


  • Sie haben keinen privaten Raum für sich.
  • Es ist zu eng.
  • Sie müssen mit Menschen zusammenleben,
    mit denen sie sich vielleicht nicht verstehen.
Deshalb wäre es besser, 
wenn Flüchtlinge in Wohnungen untergebracht sind.
Dann lernen sich Flüchtlinge und die Menschen 
in Deutschland besser kennen. 
Oft kommen sie gut miteinander aus.


Deutschland, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
kostet Geld, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

9. So viele Flüchtlinge aufzunehmen, können wir uns nicht leisten


Es ist richtig:
Die Menschen-Rechte zu beachten, kostet Geld.
Deutschland kann sich das leisten.
Flüchtlinge können auch viel für Deutschland tun.
Doch sie müssen eine Chance dazu bekommen.

Es ist eine Pflicht, Flüchtlingen zu helfen.
Dabei darf es nicht um Geld gehen.
Dazu gibt es welt-weit Regelungen.
Diese Regelungen wurden wegen dem 2. Welt-Krieg 
und der Nazi-Zeit gemacht.
Weil in dieser Zeit so viele Menschen 
grausam getötet und verfolgt wurden.
Diese Regeln heißen Menschen-Rechte.

Natürlich brauchen manche lange Zeit Unterstützung.
Doch die meisten Flüchtlinge wollen arbeiten.
Viele sind gut ausgebildet. 
Irgendwann werden sie Steuern zahlen.

Aber leider wollte man lange Zeit die Flüchtlinge abschrecken.
Damit sie nicht bleiben oder gar nicht erst kommen.
Die Flüchtlinge durften nicht arbeiten.
Sie bekamen keinen Deutsch-Unterricht.
Sie wurden in Massen-Unterkünften weit weg untergebracht.

Nach und nach verstehen die Menschen in Deutschland:
Es ist gut, wenn Flüchtlinge kommen.
Denn wenn sie sich gut einleben.
Und wenn sie in Deutschland arbeiten.
Dann geht es Deutschland noch besser.


Menschen in Deutschland, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013


viel Geld, Bild: ©Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V., Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013
10. Zuwanderer sind eine Gefahr für unser Land


Zuwanderer sind Menschen, 
die nach Deutschland kommen.
Und die bleiben.
Jeder 10. Zuwanderer ist als Flüchtling gekommen.
Die meisten Zuwanderer sind aus anderen europäischen Ländern.


  • Sie kommen zum Beispiel als Studenten.
  • Oder es sind Geschäfts-Leute.
  • Oder weil sie eine Arbeits-Stelle in Deutschland haben.
Und immer gibt es auch Deutsche, 
die in ein anderes Land gehen.
Dazu sagt man: Sie sind ausgewandert.

Deshalb braucht Deutschland auch Zuwanderer.
Menschen in der Politik finden das gut.
Auch viele Firmen finden das gut.
Denn die Zuwanderer zahlen in Deutschland Steuern.
Mit den Steuern werden zum Beispiel bezahlt:


  • die Renten von alten Menschen
  • die Versorgung von Kindern
Aber es sind noch nicht genug Zuwanderer.
Deutschland braucht noch mehr.
Deshalb muss es gute Förderung für Zuwanderer geben.
Damit sie in Deutschland besser integriert werden.

Oft wird behauptet:
Zuwanderer bekommen viele Sozial-Leistungen.
Aber das stimmt nicht.
Sie zahlen weit mehr Steuern, 
als sie an Leistungen bekommen.
Das bringt Deutschland viel Geld ein.
Zuwanderer sind oft junge Menschen aus Europa.


Titel-Bild vom Heft Flucht und Asyl

Sie wollen noch mehr über Flüchtlinge wissen?
Es gibt ein neues Heft.
Das Heft heißt: 
Flucht und Asyl
Es ist in einfacher Sprache. 
Es ist von der Bundeszentrale für politische Bildung.
Das Heft ist kostenlos.

Hier können Sie das Heft im Internet bestellen.

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Texte in Leichter Sprache haben Bilder. Damit versteht man den Inhalt besser. Die meisten Bilder auf diesen Seiten sind aus dem Buch Leichte Sprache – Die Bilder. Das Buch ist von der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e. V. Der Zeichner ist Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.

Die Texte und die Zusammenstellung stammen von der Seite der Bundesvereinigung der Lebenshilfe.
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